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Über das Projekt

Das Projekt “European Flirt Expert” möchte zur Prävention sexualisierter Gewalt, insbesondere der Prävention  von Gewalt unter Jugendlichen, beitragen. Internationale Studien und Kriminalstatistiken belegen, dass ein Großteil der sexualisierten Übergriffe von jungen Menschen an jungen Menschen verübt wird.

Die Ursachen dafür sind vielschichtig und liegen unter anderem in mangelhafter Sexualaufklärung, einer Kultur der Grenzverletzungen, tradierten Rollenbildern und fehlenden Möglichkeiten für Jugendliche, sich mit den Themen Liebe, Beziehung, Sexualität auseinanderzusetzen, einen positiven Zugang aufzubauen und sich mit  Fragen an kompetente Vertrauenspersonen zu wenden.

Die Folgen sexualisierter Gewalt sind vielfältig und individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt. Sie können kurz-, mittel- und langfristig auftreten, sich auf psychischer und physischer Ebene manifestieren.

Die Auswirkungen können sich über die gesamte Lebensspanne zeigen. Beziehungsprobleme, sexuelle Funktionsstörungen, Suchterkrankungen, Anpassungsstörungen, Depressionen, Essstörungen, Angsterkrankungen, etc. beeinträchtigen auch das Leben vieler Erwachsener die in der Kindheit oder Jugend sexualisierte Gewalt erfahren haben.

In diesem Zusammenhang ist der Nutzen von Präventionsmaßnahmen nicht nur individuell sondern auch gesamtwirtschaftlich betrachtet enorm.

Sexualität ist ein Menschenrecht. Kinder und Jugendliche müssen in ihrem Recht auf gesunde Entwicklung und Entfaltung ihrer Sexualität unterstützt werden.

Die Wahrung dieser Rechte sowie Information und Aufklärung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen über die Existenz dieser Rechte ist eine grundlegende Haltung im Rahmen der Arbeit von Hazissa und dieses Projekts.

Das Projekt „European Flirt-Expert“ basiert auf dem Zusammenspiel der Elemente „Forschung“ und „Praxis“. Der Verein Hazissa ist bemüht, neue Erkenntnisse der Präventionsforschung in die praktische Arbeit zu implementieren. Als Beitrag zur Präventionsforschung wird in allen teilnehmenden Ländern eine Studie zur Sexuellen Gesundheit Jugendlicher durchgeführt mit dem Ziel, folgende Fragestellungen zu beantworten: Wie aufgeklärt sind Jugendliche? Woher beziehen sie ihre Informationen? Haben sie Ansprechpersonen zu den Themen Liebe, Sexualität und Beziehung? Sind oder waren sie mit sexualisierter Gewalt konfrontiert? Etc. Die Erhebung ermöglicht einen Einblick in die Lebenswelten der Jugendlichen, in ihre Erfahrungswelten und Bedürfnisse. Anhand der Studie kann die Situation in den unterschiedlichen Teilnehmerländern dargestellt und Handlungsbedarfe wie z.B. Verstärkung der Angebote zur Sexuellen Bildung, Implementierung von Maßnahmen wie Erwachsenenbildung oder Fachstellen für Prävention abgeleitet werden.